ISIK-ONLINE 2010
 Design nutzt vielfältigstes Wissen
Konzepte und Objekte, die für den Menschen geschaffen sind, besitzen vielschichtige Eigenschaften. In
der Praxis werden für die Entwicklung von solchen Konzepten und Objekten unterschiedlichstes Wissen
oder Elemente benutzt, die aus designtheoretischer Sicht nicht spezifisch für das Design sind. Die
meisten industriell hergestellten Objekte bedürfen beispielsweise der Mitwirkung von Technikern,
Ingenieuren und Marktstrategen, um aus der Konzeptrealität in die Marktrealität einzutreten. Die
Designtheorie beschränkt ihren Fokus jedoch lediglich auf designspezifische Aspekte. Zwar ist die
Verknüpfung etwa von Ingenieurswissen, soziologischem und psychologischen Erkenntnissen für die
Theorie interessant, jedoch sind technische Motoren, Erkenntnisse über Gruppenverhalten oder
tiefenpsychologische Modelle für sich genommen keine Gegenstände, die spezifisch für das Design
wären. In der Praxis werden diese und viele andere Elemente jedoch von den Designern genutzt und in
umfangreichere Konzepte und Systeme für den Menschen mit einbezogen. Hier zeigt sich, dass die
Designpraxis vielfältigstes Wissen unterschiedlichster Herkunft nutzt. Das Design entwickelt eine
übergeordnete Syntax, eine Ordnung, um auf den Menschen zu wirken.